Award

Pax Art Awards 2019

Preisverleihung

Am 13. Juni 2019 werden zum zweiten Mal die Pax Art Awards verliehen. Mit den wegweisenden Preisen für digitale Kunst prämiert die Art Foundation Pax in Zusammenarbeit mit dem HeK medienspezifische Praktiken Schweizer Künstler_innen, deren Werke Medientechnologien nutzen beziehungsweise deren Auswirkungen reflektieren. Die diesjährigen  Preisträger_innen sind die Künstlergruppe knowbotiq sowie die Künstler Alan Bogana und Félicien Goguey.

Mit den Pax Art Awards 2019 werden die Arbeiten einer etablierten Künstlergruppe und zwei Nachwuchskünstlern geehrt, welche die Schweizer Medienkunstszene in den letzten Jahren geprägt haben und auch in Zukunft beeinflussen werden. Mit einem Preisgeld von CHF 30’000 wird die seit Jahren tätigen Gruppe knowbotiq bestehend aus Yvonne Wilhelm und Christian Hübler für ihre avancierte und langjährige Arbeit im Feld der Medienkunst ausgezeichnet. Mit einem Betrag von CHF 15’000 unterstützt die Art Foundation Pax die Künstler_innen bei der Produktion einer neuen Arbeit. Weitere CHF 15’000 dienen dem Erwerb eines Werks der Gruppe für die Sammlung der Art Foundation Pax. Zwei weitere Preise werden an junge, aufstrebende Medienkunstschaffende vergeben. Jeweils CHF 15’000 inklusive Preisgeld und Ankauf erhalten Alan Bogana und Félicien Goguey.

Die Preisverleihung findet am 13.06.2019, 19:00 Uhr im HeK, Basel statt. Die für die Sammlung der Art Foundation Pax angekauften Werke der Preisträger_innen werden im Rahmen der Preisverleihung ausgestellt.

Im Frühjahr 2020 werden während einer Ausstellung im HeK bestehende und neue Werke der drei Preisträger_innen gezeigt.

Die Jury

Jury: Mónica Bello (Head of Arts at CERN, Genf), Nicolas C. Bopp (Präsident der Art Foundation Pax), Davide Fornari (Head of R&D at ECAL, Lausanne), Sabine Himmelsbach (Direktorin HeK), Fausto De Lorenzo (De Lorenzo Art and Museum Management & Consulting GmbH) und Carmen Weisskopf (Teil des Künstlerduos !Mediengruppe Bitnik und Preisträgerin der Pax Art Awards 2018)

„Ich freue mich, dass wir für die diesjährige Jury mit Carmen Weisskopf eine Künstlerin gewinnen konnten“ erklärt Nicolas Bopp, Präsident vom Stiftungsrat der Art Foundation Pax. „Der Austausch mit ihr und die Diskussion aus Künstlerperspektive waren für uns alle interessant und zielführend.“

Über die Preisträger_innen

knowbotiq
Durch ihre langjährige Künstlertätigkeit hat knowbotiq bestehend aus Yvonne Wilhelm (1962) und Christian Hübler (1962) – ehemals gemeinsam mit Alexander Tuchacek als knowbotic research aktiv – die Medienkunstszene in der Schweiz entscheidend geprägt. Die Künstlergruppe gehört zu den Pionieren in diesem Bereich. Die Werke, welche in den letzten fast 30 Jahren entstanden sind, bewegen sich an der Schnittstelle von Kunst, Wissen, Information und Technologie. Von Anfang an widmete sich das Künstlerduo der Entwicklung forschungsbasierter Arbeiten, vernetzter Handlungsmächte, immersiver Realitäten, epistemischem Ungehorsam und der Medialität des Wissens.

Die Herangehensweise von knowbotiq ist mal poetisch, mal konzeptuell und ihre Arbeiten untersuchen dabei beispielsweise die Geschichte der Tarnung und Kybernetik. Die öffentliche
Performance Macghillie ist ein vielschichtiges Werk, das sich mit strategischer Tarnung als Mittel des Rückzugs aus dem Selbst und dem Zweck beschäftigt und gleichzeitig mit der Sichtbarkeit im urbanen Raum experimentiert. Jüngst hat sich knowbotiq mit neuen Arbeitsbedingungen in der Logistikbranche und der digitalen Wirtschaft beschäftigt. Amazonian Flesh zeigt Kokons des Müssiggangs, ein kollektives Geflecht aus Körpern, Bots und digitalen Artefakten, die Konzepte wie Unfähigkeit, Streik und Untätigkeit in einer Arbeitsumgebung mit fast vollständig automatisierten Abläufen diskutieren. Ihre jüngsten Ausstellungen sind beeindruckend dichte poetische Darstellungen dessen, was es bedeutet, heute mit Technologie zu leben.

Die Jury würdigt insbesondere die konzeptionelle Tiefe der Arbeit von knowbotiq und die philosophischen Aspekte ihrer künstlerischen Untersuchungen, die Themenvielfalt sowie die formale Sorgfalt bei der Präsentation der komplexen Installationen und Performances.

Preise
Swiss Art Awards | Hermann-Claasen Prize for Media Art and Photography | International ZKM Media Art Award | August Seeling-Award of Wilhelm Lehmbruck Museum | Prix Ars Electronica

Ausstellungen
HKW Berlin | PACT Zollverein | Schauspiel Dortmund | Display Gallery Prag | Archive Books und District Berlin | HEK Basel | Contemporary Art Center Plovdiv | Kampnagel
Hamburg | M1 Hohenlockstedt | HMKV Dortmund | Mediatheque Cotonou Benin | Lassale College of Art Singapore | Kunstraum Lüneburg | Schweizerisches Nationalmuseum,
Zürich | Venice Biennale, Venedig | Kunsthaus Hamburg | Goldsmiths London

knowbotiq | manYdancing the molecular ornaments, 2018, in collaboration with Alesandra Seutin and Lamin Fofana | Photos: Kim Bode
knowbotiq | manYdancing the molecular ornaments, 2018, in collaboration with Alesandra Seutin and Lamin Fofana | Photo: Kim Bode

Alan Bogana
Boganas einzigartige künstlerische Praxis konzentriert sich auf die Erforschung von Licht, materiellen Prozessen und Wechselwirkungen innerhalb einer Vielzahl von Naturphänomenen, insbesondere in Bezug auf Mineralien, Flüssigkeiten und Kristalle. Diese Bereiche erforscht und vertieft der Künstler durch die Anwendung verschiedener Medien und die Erweiterung ihrer Reichweite durch eine Reihe faszinierender Installationen und Vorrichtungen. Dies ermöglicht es den Betrachter_innen, in die verborgenen Bereiche unserer natürlichen Welt einzutreten. Boganium, handwavium et les autres ist eine Installation, die auf Boganas Forschungen im Musée de Minéralogie Mines ParisTech basiert, während derer er mehrere Mineralien der Sammlung digitalisierte, um ein fiktives System der Kategorisierung von Materialien zu etablieren. Mit Werken wie La Gogotta Desnuda, Thiotimoline oder Sineddoca hat Alan Bogana auch mehrere Arbeiten mit Holographie geschaffen, um die Verflechtung zwischen Naturphänomenen, ihren ästhetischen Qualitäten und dem wissenschaftlichen Diskurs weiter zu untersuchen.

Die Verbindung verschiedener Herangehensweisen und Medien, von Skulptur, Computergrafik und Elektronik bis hin zur 3D-Drucktechnik, bietet eine grosse Vielfalt an Sprachen und eine solide und vielfältige Anwendung mehrerer Werkzeuge. Boganas Kunstwerke konfrontieren die Betrachter_innen mit den Herausforderungen eines gemeinsamen digitalen Lebens und regen zum Nachdenken an, wie moderne Technologien zu neuen Sichtweisen und Imitationen der Natur beitragen.

Preise
Simetrìa CERN-ESO Residency | Bally Artist Award | Société des Arts Grant, Genf | Djerassi Resident Artists Program, San Francisco | Grant for the Arts, Pro Helvetia | Landis & Gyr Residency, Zug | Cité Internationale des Arts, Paris | Swiss Institute, Rom

Ausstellungen
Bally Foundation, Milan | Mineralogy Museum Mines ParisTech, Paris | La Rada, Locarno | Lokal-int, Biel | Fotomuseum, Winterthur | Copenhagen Contemporary, Kopenhagen | Museo d’Arte, Mendrisio | OnOff, Winterthur | Kunsthaus, Langenthal | One Gee in Fog, Genf | Fri-Art, Freiburg | MAGA, Gallarate | Centre d’Art Contemporain, Genf | ISEA 2014, Dubai | Hard Hat, Genf | Blank Projects, Cape Town | Accademia di Romania, Rom

Alan Bogana | Boganium, handwavium et les autres, 2018

Félicien Goguey
Mit einem Hintergrund in den Bereichen Kommunikationsnetzwerke, visuelle Studien und digitale Mediengestaltung dreht sich Gogueys Praxis um die Unwahrnehmbarkeit des Internets und seiner unsichtbaren Mechanismen sowie seiner politischen und sozialen Auswirkungen. Indem der Künstler das kreative Potenzial von Programmiersprachen und neuen Open Source-Technologien auslotet, schafft er interaktive Installationen, Live-Performances, Applikationen und vernetzte Objekte. Der Kern seiner Forschung konzentriert sich auf die Massenüberwachung innerhalb von Kommunikationsnetzen durch staatliche Instanzen und die Beziehungen zwischen überwachten Räumen und den Nutzer_innen.

Die Arbeit Masquerade ist ein Werkzeug, das entstanden ist, um Widerstand gegen die Online-Überwachung zu leisten, deren Existenz durch die Arbeit von Edward Snowden bekannt wurde. Das Werk besteht aus einer Box, die, sobald sie mit dem Internet verbunden ist, Schlüsselwörter sendet, die Überwachungssysteme alarmieren und ein konstantes Rauschen von Informationen erzeugen.
Die Arbeit IPMapper: Tripod überwacht den lokalen WLAN-Verkehr in der Umgebung des Werks. Jedes IP-Paket (Internet Protocol-Paket) wird dann auf einer Weltkarte angezeigt, von der Quelle bis zum Ziel. So werden die lokale Aktivität in der globalen Realität des Internets visualisiert und die physischen und geopolitischen Herausforderungen aufgezeigt, welche dieses mit sich bringt.

Goguey diskutiert in seinen Werken aktuelle Themen, die unseren Alltag massgebend beeinflussen. Seine Arbeit zeichnet sich aus durch die Eleganz und Originalität der Werke sowie die einzigartige Art und Weise, wie sich Goguey nicht nur dem Internet als solchem, sondern auch dessen Infrastrukturen widmet.

Preise
Bourses de la Ville de Genève : Bourse Lissignol-Chevalier et Galland

Ausstellungen
Power Station of Art, Shanghai | Espace Multimédia Gantner, Bourogne | NeMe Arts Centre, Limassol | Kunsthaus Langenthal | Crypto Design Challenge 2016, Amsterdam | Centre d’Art Contemporain, Genf | CiCG, Genf | 12 Mail, Paris | Pavillon Sicli, Genf | Rolex Learning Center, Lausanne | International Conference for Computational Creativity, Ljubljana | Musée des arts et métiers, Paris | Vector Festival 2014, Toronto

Félicien Goguey | Masquerade, 2015-2019 | Photo: Dylan Perrenoud

Pax Art Awards 2018

Zum ersten Mal wurden am 14. Juni 2018 die Pax Art Awards vergeben. mehrweniger

Pax Art Awards 2018

Pax Art Awards 2018

Zum ersten Mal wurden am 14. Juni 2018 die Pax Art Awards vergeben. Mit den Kunstpreisen ehrt und fördert die Art Foundation Pax in Zusammenarbeit mit dem HeK, Haus der elektronischen Künste Basel, eine medienspezifische Praxis von Schweizer Künstlerinnen und Künstlern, deren Werke Medientechnologien nutzen beziehungsweise deren Auswirkungen reflektieren.

2018 ging ein Preis in Höhe von CHF 30’000 an die !Mediengruppe Bitnik für ihre avancierte und langjährige Arbeit im Feld der Medienkunst. Die Künstler erhielten CHF 15’000 als Preisgeld und Produktionsunterstützung einer neuen Arbeit. Weitere CHF 15’000 dienen dem Erwerb eines Werks für die Sammlung der Art Foundation Pax.

Zwei weitere Preise wurden an junge aufstrebende Medienkunstschaffende vergeben. Jeweils CHF 15’000 inklusive Preisgeld und Ankauf erhielten die Genfer Künstlerin Lauren Huret sowie die Künstlergruppe Fragmentin aus Lausanne.

Nach der Verleihung kamen die rund 150 Gäste bei Würstchen, Kartoffelsalat und Bier mit den Künstlern und Stiftungsmitgliedern ins Gespräch. Einige profitierten von einer Privatführung bei den Damen und Herren vom HeK und liessen sich die Kunstwerke erläutern. Wer mochte, begab sich später in den Keller und schwang das Tanzbein.

Die Pax Art Awards genossen nicht nur grossen Anklang im Publikum, sondern auch eine hohe Resonanz bei der Presse. Vom Art Forum übers Hochparterre bis hin zu Tele Basel wurde von fleissig über den gelungenen Anlass berichtet. Wir freuen und bedanken uns.

Eine Jury mit Glanz

Erfahren Sie, welche kompetenten Köpfe 2018 in der Jury sassen. mehrweniger

Mónica Bello, Head of Arts am CERN, Genf
Nicolas C. Bopp, Präsident Stiftungsrat Art Foundation Pax, Basel
Davide Fornari, Head of R&D at ECAL, Lausanne
Sabine Himmelsbach, Direktorin HeK, Basel
Fausto De Lorenzo, De Lorenzo Art and Museum Management & Consulting GmbH, Basel

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